Lotto oder Lotterie (französisch lot Anteil, Los; italienisch Glücksspiel, Losspiel) ist ein Glücksspiel, bei dem der Spieler gegen einen finanziellen Einsatz auf das Ziehen vorher getippter Zahlen aus einer begrenzten Zahlenmenge setzt.
Unterschieden wird dabei zwischen zwei Konzepten. Bei aktiven Lotterien wählt der Spieler eine begrenzte Anzahl Zahlen aus einer endlichen Zahlenreihe. Das bekannteste Beispiel in Deutschland ist dafür das Spiel 6 aus 49. Die Ziehung findet wöchentlich mittwochs und samstags statt und wird samstags in der ARD übertragen und von der Lottofee moderiert. Hierfür werden sechs Zahlen aus einer von eins bis neunundvierzig bestehenden Zahlenreihe auf einem Tippschein angekreuzt. Bei der späteren Ziehung werden sechs Gewinnzahlen ermittelt; die Gewinnstufe ergibt sich aus der Anzahl der korrekt vorhergesagten Zahlen die so genannten Treffer. Die Höhe des auszuzahlenden Geldbetrags für jede Gewinnstufe wird meist durch ein Quotenschema berechnet: Auf jede Gewinnstufe entfällt ein bestimmter Prozentsatz des für die Ziehung eingezahlten Gesamteinsatzes.
Die zweite Variante ist die passive Lotterie (Beispiel: Die spanische Weihnachtslotterie). Durch den Kauf eines Loses mit aufgedruckter mehrstelliger Losnummer erhält der Spieler seine Teilnahmeberechtigung an der Wette. Es müssen also keine Zahlen aktiv angekreuzt werden. In der Ziehung werden dann eine oder mehrere Gewinnzahlen oder Gewinn-Endziffern ermittelt. Die unterschiedlichen Gewinnstufen legen die Höhe der Auszahlung meist im voraus fest.
In der Praxis kommen Abwandlungen und Mischformen der beiden Konzepte vor.
Euro Millionen
Im Gegensatz zu den traditionellen, landesspezifischen Lotterien war Euro Millionen von Anfang an als Mehrländer-Lotto ausgelegt. Am 13. Februar 2004 fand die erste Ziehung statt, für die man in Spanien, Frankreich und Großbritannien Tipps abgeben konnte. Im Laufe des Jahres 2004 kamen dann noch Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Irland, Luxemburg, Norwegen, die Niederlande, Schweden und die Schweiz hinzu.
Die Spielformel lautet 5 aus 50 plus 2 aus 9 und ein Tipp kostet 2 Euro. Die Einsätze aus allen Ländern gelangen in einen gemeinsamen Pool, und es gibt jeden Freitag eine einzige Ziehung für alle beteiligten Länder. Durch verschiedene Faktoren (die niedrige Gewinnwahrscheinlichkeit für 7 Richtige, die große Anzahl Mitspieler, den relativ hohen Einsatz sowie die Art der Aufteilung auf die Gewinnklassen) entstehen schnell sehr hohe Jackpots: Garantiert werden als Mindest-Jackpot 15 Millionen Euro; am 30. Juli 2005 gewann die Irin Dolores McNamara die Rekordsumme von gut 115,4 Millionen Euro. Am 3. Februar 2006 teilten sich 3 Gewinner den Rekord-Jackpot von 183 Millionen Euro, nach dem der 1. Rang 11 Wochen lang nicht besetzt war. Zwei Franzosen und ein Portugiese erhielten je 61.191.026 Euro. Um den Jackpot nicht noch weiter ansteigen zu lassen, trat am 10. Februar 2006 eine neue Regel in Kraft, die den Jackpot in der 12. Spielwoche auf den nächsten besetzten Rang aufteilt.
Alles in allem ist das Konzept von Euro Millionen vergleichbar mit dem deutschen 6 aus 49 plus Superzahl sowie insbesondere den US-amerikanischen Mehr-Staaten-Lotterien Powerball und Mega Millions: Der Trend geht offenbar zu immer niedrigeren Gewinnchancen auf immer höhere Jackpots, und gleichzeitig zu vergleichsweise niedrigen Gewinnen in den weiteren Kategorien. Weiterhin die niedrigste Gewinnchance auf den Hauptpreis besteht jedoch beim italienischen Super Enalotto mit seinem 6-aus-90-Prinzip (siehe unten).
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